
Wohnhaus F am Bodensee
Neubau | Ausführung: 2018-2019 | Standort: Radolfzell | Bauherr: privat
Aus einem scheinbar unbebaubarem Grundstück entstand ein architektonisches Unikat am Bodensee.
Nicht jedes Grundstück offenbart auf den ersten Blick sein Potenzial – manche fordern es heraus. Dieses Projekt war keine klassische "grüne Wiese", sondern ein komplexes Puzzle aus Baurecht, Naturschutz, Hochwasserschutz und technischer Machbarkeit. Gerade darin lag der Reiz: Eine herausfordernde Ausgangslage, die keine Standardlösung zuließ, sondern eine maßgeschneiderte architektonische Antwort verlangte.
Auf einem langgestreckten Grundstück direkt am Bodensee entstand ein einzigartiges Wohnhaus, das die extremen Rahmenbedingungen seines Standorts gestalterisch und technisch herausragend umsetzt. Das scheinbar unbebaubare Grundstück bietet traumhaften Seeblick und direkten Zugang zum Wasser - gleichzeitig liegt es in einem hochsensiblen Bereich mit massiven baurechtlichen und technischen Herausforderungen:
- Bauen über zwei Gemarkungsgrenzen hinweg
- Lage im Landschaftsschutzgebiet Bodensee
- Bauen nur für privilegierte Bauvorhaben (§35 BauGB)
- Bauen direkt an der Grundstücksgrenze
- Lage im HQ100-Gebiet ( 100-jähriges Hochwasser)
- Bauen im Grundwasser
Trotz dieser vielfältigen Einschränkungen konnte ein zurückhaltend gestaltetes, hochwertig ausgeführtes Wohnhaus realisiert werden, das die Nähe zum Wasser räumlich und visuell erlebbar macht.
Das architektonische Konzept basiert auf einer klaren linearen Struktur, die die Form des Grundstücks aufnimmt und die Blickachsen gezielt zum See hin öffnet. Materialien und Farben wurden zurückhaltend gewählt, um die Integration in die umgebende Uferlandschaft zu unterstützen.
Die wahre Herausforderung dieses Projekts lag weniger in der Architektur selbst, sondern in der Komplexität des Baurechts. Es galt komplexe gesetzliche Vorgaben zu meistern und daraus ein architektonisches Unikat am Wasser zu schaffen.
